Elterngeld bei Selbstständigkeit: Das solltest Du wissen
- 14. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Ein Baby zu bekommen ist ein großes Abenteuer – und gerade für Selbstständige bringt die Zeit rund um die Geburt oft viele Fragen mit sich. Wie wird das Elterngeld berechnet? Was gilt, wenn Du weiterarbeitest? Und welche Unterlagen brauchst Du?
Die gute Nachricht: Auch als Selbstständige oder Selbstständiger kannst Du Elterngeld bekommen. Wichtig ist nur, ein paar Besonderheiten früh zu kennen, damit Du besser planen kannst.
Was bei Selbstständigen anders ist
Bei Angestellten wird für das Elterngeld häufig auf die 12 Monate vor der Geburt geschaut. Bei Selbstständigen ist das oft anders: Hier zählt in der Regel das abgeschlossene Kalenderjahr vor der Geburt.
Das ist wichtig, weil viele davon ausgehen, dass automatisch die letzten 12 Monate entscheidend sind. Gerade bei Selbstständigen lohnt es sich deshalb, früh hinzuschauen und die eigene Situation genau zu prüfen.
Außerdem ist die Berechnung oft etwas aufwendiger, weil Einnahmen, Ausgaben und Nachweise genauer geprüft werden. Je besser Deine Unterlagen vorbereitet sind, desto entspannter wird später der Antrag.

Wie wird Elterngeld bei Selbstständigkeit berechnet?
Für die Berechnung wird bei Selbstständigen grundsätzlich auf den Gewinn geschaut, nicht nur auf den Umsatz. Entscheidend ist also, was nach Abzug der Betriebsausgaben übrig bleibt.
Wichtig zu wissen:
oft zählt das Kalenderjahr vor der Geburt
entscheidend ist der Gewinn, nicht der Umsatz
je nach Fall kann die Berechnung deutlich individueller sein als bei Angestellten
Gerade deshalb ist es sinnvoll, die eigene Situation nicht nur grob zu überschlagen. Schon kleinere Unterschiede können sich auf die spätere Höhe des Elterngelds auswirken.
Darfst Du während des Elterngeldbezugs weiterarbeiten?
Ja, auch als Selbstständige oder Selbstständiger darfst Du während des Elterngeldbezugs weiterarbeiten. Wichtig ist aber, dass die zulässige Arbeitszeit eingehalten wird.
Wenn Du während dieser Zeit weiter tätig sein möchtest, kann ElterngeldPlus interessant sein. Das ist besonders dann spannend, wenn Du Deine Arbeit reduzieren, aber nicht komplett pausieren möchtest.
Gerade bei Selbstständigkeit sollte man hier gut planen. Denn Arbeitszeit, laufende Aufträge und Einnahmen können später eine wichtige Rolle spielen.
Welche Unterlagen solltest Du bereithalten?
Je besser Du vorbereitet bist, desto leichter wird meist auch der Antrag. Typische Unterlagen sind zum Beispiel:
Steuerbescheid
Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz
Nachweise zu Einnahmen und Ausgaben
Geburtsurkunde des Kindes
weitere Unterlagen je nach Situation
Welche Nachweise genau verlangt werden, kann je nach Fall etwas unterschiedlich sein. Deshalb lohnt sich ein früher Blick auf die Anforderungen.

Wann solltest Du den Antrag stellen?
Den Antrag auf Elterngeld stellst Du nach der Geburt. Trotzdem ist es sinnvoll, Dich schon vorher mit dem Ablauf und den Unterlagen zu beschäftigen.
So sparst Du nach der Geburt Zeit und vermeidest unnötigen Stress in einer Phase, in der ohnehin schon viel zusammenkommt.
Informiere Dich frühzeitig: Am besten schon vor der Geburt, damit Du alle Unterlagen rechtzeitig zusammen hast.
Formular besorgen: Das Elterngeldformular bekommst Du von uns, bei Deiner Elterngeldstelle oder online auf den Webseiten der Bundesländer.
Unterlagen vorbereiten: Dazu gehören Steuerbescheide, Gewinnermittlungen, Nachweise über Einnahmen und Ausgaben, Geburtsurkunde des Kindes und Deine Krankenversicherungsnachweise.
Antrag ausfüllen: Achte darauf, alle Angaben vollständig und korrekt zu machen. Fehler können zu Verzögerungen führen.
Antrag einreichen: Per Post oder online, je nachdem, was Deine Elterngeldstelle anbietet.
Nachfragen beantworten: Die Elterngeldstelle kann Rückfragen haben – antworte schnell und vollständig, wir Unterstützen dich!
Tipp: Nutze die Möglichkeit, den Antrag schon vor der Geburt einzureichen, um Verzögerungen zu vermeiden. Wir helfen dir dabei, dass erst keine Rückfragen entsehen.
Unser Tipp für Selbstständige
Bei Selbstständigkeit lohnt es sich besonders, nicht einfach nur ungefähr zu rechnen. Wer früh plant, hat meist mehr Klarheit und kann die Zeit nach der Geburt besser organisieren.
Vor allem dann, wenn Du während des Elterngeldbezugs weiterarbeiten möchtest oder Deine Einkünfte nicht ganz eindeutig sind, ist eine individuelle Prüfung oft sinnvoll.
Puffer anlegen: Lege vor der Geburt Geld zurück, um Einkommenslücken zu überbrücken.
Arbeitszeit reduzieren, nicht komplett stoppen: So kannst Du Elterngeld Plus nutzen und bleibst trotzdem im Geschäft.
Steuerberater hinzuziehen: Gerade bei komplexen Einnahmen und Ausgaben kann ein Profi helfen, das Beste aus Deiner Situation zu machen.
Kommunikation mit Kunden: Informiere Deine Kunden frühzeitig über Deine Elternzeit, um Projekte gut zu planen.
Netzwerk nutzen: Tausche Dich mit anderen Selbstständigen aus, die Elternzeit gemacht haben – oft gibt es wertvolle Tipps aus erster Hand.
Mit diesen Tipps kannst Du entspannt in die Elternzeit starten und Dich auf das Wesentliche konzentrieren: Deine Familie.
Kurz zusammengefasst
Elterngeld bei Selbstständigkeit ist möglich – aber oft etwas komplexer als bei Angestellten.
Wichtig sind vor allem diese Punkte:
Welcher Zeitraum bei Dir zählt
Wie Dein Gewinn ermittelt wird
Ob Du während des Bezugs weiterarbeitest
Dass Du Deine Unterlagen frühzeitig vorbereitest
Wenn Du selbstständig bist und Dir beim Thema Elterngeld mehr Klarheit wünschst, lohnt es sich, früh zu planen und die eigene Situation genau anzuschauen.
Du bist selbstständig und möchtest beim Elterngeld nichts übersehen? Dann unterstützen wir Dich gern dabei, Deine Situation individuell einzuordnen und die nächsten Schritte klar zu planen.
Viel Erfolg und eine wundervolle Zeit mit Deinem Nachwuchs!



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